07.09.2003
UMTS - Neue Möglichkeiten

Wer ein UMTS-Handy hauptsächlich zum Telefonieren verwenden will, wird wohl eher geringfügige Unterschiede zur gewohnten GSM-Technik feststellen; wie etwa andere Vorwahlen, eine verbesserte Empfangsqualität und verlängerte Stand-by-Zeiten.

Für den Anwender aber, der die multimediale Kommunikation schätzt, werden sich viele neue Anwendungsmöglichkeiten anbieten: das Abspielen von Videos, die direkt auf dem Handydisplay gezeigt werden oder das Live-Hören von Radiosendungen werden durch UMTS den Einzug in den Alltag finden.

Im Zusammenspiel mit weiteren schnurlosen Übertragungsstandards wie z.B. Bluetooth und Infrarot-Schnittstellen (z.B. IrDa), lassen sich Daten bzw. Signale über geringe Entfernungen in Echtzeit auf Steuer- und Regelkreise übertragen. So können z.B. Heizungs- und Klimasysteme in Wohn- und Geschäftsräumen, oder auch auf beweglichen Einrichtungen wie Autos und Schiffen ferngesteuert werden. Änderungen und Korrekturen mit hohem Datenvolumen an z.B. Wetterkarten, Fahrplänen, etc. können mobil übermittelt werden. Buchungsbestätigungen bzw. Bank-Transaktionen können orts- und zeitunabhängig in Sekundenschnelle und mit erhöhter Nutzerqualität durchgeführt werden. Bei zusätzlich genutzten Ausgabegeräten (z.B. Laptop mit Bluetooth - oder Infrarotverbindung) werden mobile Übertragungsgeschwindigkeiten und Bildauflösungen möglich, die mit bisherigen Techniken (z.B. GPRS) unmöglich sind.

Telematik-Dienste, wie sie von GPS und Passo (D2) her bekannt sind, werden in höherer Qualität auf den Straßenverkehr Einfluss nehmen können. Als Anwendung denkbar ist auch die heute bereits in Luxuslimousinen praktizierte Fahrzeugortung für den Diebstahlsfall. Auch ein vollautomatische Ruf der nächsten Werkstatt bei einem Unfall ist vorstellbar. In der Medizintechnik wird die Überwachung von Patienten auch außerhalb der eigenen vier Wände ermöglicht. Einige der geschilderten Anwendungsmöglichkeiten wurden bereits in GSM-Netzen getestet bzw. genutzt; ihnen steht durch den neue UMTS-Standard ein Qualitätssprung bevor.

Mit Spannung werden die Preis - und Tarifvorstellungen der Netzanbieter erwartet. Als sicher gilt, dass die hohen Lizenzgebühren in Verbindung mit dem kostspieligen Aufbau der UMTS-Infrastruktur nur über eine breite Anwendungsschicht wieder eingespielt werden können. Dies setzt anwenderfreundliche Tarife bei den Konsumanwendungen, wie Telefonieren und Multimedia voraus. Neue Mehrwertdienste sollen und müssen das tägliche Leben erleichtern, wenn UMTS zu einem Erfolg werden soll.

© Rudolf Riemer, http://www.umtslink.at

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