17.03.2009

Handyfotografie: Stets bereit zum Schnappschuss

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Mit dem Handy fotografieren? Das ist nicht jedermanns Sache. Die Foren einschlägiger Internetseiten sind voll von mehr oder weniger abfälligen Bemerkungen über die Handy-Fotografie. Die Qualität wird bemäkelt, je nach Maßstab, der angelegt wird, zurecht. Denn die Handy-Fotografie kann sicherlich nicht mit der Qualität der professionellen digitalen Kameras messen.

Doch erfreuen sich Foto-Handys steigender Beliebheit und – glaubt man der Fachpresse – auch zunehmender Qualität. Das Handy und auch das Smartphone entfernt sich rasant vom ursprünglichen Daseinsgrund, dem Telefonieren. Mittlerweile gibt es regelrechte multimediale Alleskönner zu erwerben, die eben auch Telefonieren können. Und Fotografien erstellen. Handys mit einer Kamera von solzen acht Megapixeln können sich sehen lassen.

 

Schnappschuss als zentrales Motiv

Die wichtigste aller Motive, mit dem Handy ein Foto zu schießen, ist allerdings das Fehlen eines Fotoapparates. Das Handy ist in der Regel immer dabei und vor allem wesentlich häufiger knipsbereit als ein Fotoapparat. Auf diese Weise lassen sich unverhoffte Schnappschüsse erzielen.

Etwa während der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland, als Literaturnobelpreisträger Günter Grass in Fußballstadien weilte. Für einen schnellen Schnappschuss neben der Schriftstellerprominenz hatte mancher Zeitgenosse rasch das Handy zur Hand. Ohne das Foto-Handy wäre die Gelegenheit vielleicht verpasst worden. Weitere Beispiele für Schnappschussgelegenheiten gibt es wie Sand am Meer.

 

Qualität ist nicht das einzige Kriterium

Die Handy-Fotografie wird voraussichtlich nicht das Niveau professioneller Geräte erreichen. Soll sie auch nicht, denn Qualität ist erstens relativ und zweitens nicht alles. Die Verschmelzung ganz unterschiedlicher Bereiche wie Telefonie, Ortung, Fotografie und zahlreicher anderer multimedialer Anwendungen in einem Gerät schreitet rasch voran – das ist die Kernkompetenz der Alleskönner unter den Mobilfunkgeräten.

Überhaupt stellt sich die Frage nach dem Sinn der immer weiter ausgreifenden Erhöhung der Megapixel-Zahlen von Handy-Fotoapparaten. In Expertenkreisen gilt das vor allem als Marketing-Instrumen, frei nach dem Motto: mehr ist besser. Doch – darauf wird immer wieder verwiesen – werden die Megapixel-Steigerungen immer wieder mit kleinen Bildsensoren erkauft. In einem Kamerahandy ist nur begrenzt Platz. Außerdem fallen die Objektive der Megapixel-Kamera so klein aus, dass sie für Pixel-Protze zu klein sind. So kann es also durchaus sein, dass die Bildqualität von Kameras mit geringeren Pixeln besser ausfallen können, als bei jenen mit vielen Pixeln unter der Handy-Haube.

(AA)
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