10.01.2009

Schnurlos telefonieren mit Widerhaken

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Im Grunde genommen ist alles klar: Seit Jahresbeginn 2009 dürfen schnurlose Telefone, die mit dem Funktelefonstandard CT1+ und CT2 betrieben werden, nicht mehr benutzt werden. Der Grund ist, dass der Mobilfunkkonzern O2, der in Deutschland neben Vodafone, der Deutschen Telekom und E-Plus ein eigenes Netz unterhält, mit diesen Frequenzen die Löcher im Mobilfunknetz stopfen will.

 

Nun gibt es allerdings erhebliche Verwirrung, die sich aus zwei Äußerungen speist. Zum einen hat Bundeswirtschaftsminister Glos jüngst geäußert, die darauf schließen lassen können, dass der Vertrieb von Telefonen mit dem Standard CT1+ und CT2 werde weitergehen: Der Weiterbetrieb von CT1+-Telefonen werde geduldet.

 

Die zweite Äußerung, die für Verwirrung sorgt, kommt aus dem Bereich des Handels. Dort heißt es nach Angaben der Süddeutschen Zeitung, dass der Verkauf von Geräten nach den beiden verbotenen Standards weiter legal sei; außerdem würde die Bundesnetzagentur keine Messwagen losschicken, um derartige Geräte aufzuspüren.

 

Bei der Bundesnetzagentur ist das allerdings dem Zeitungsbericht zufolge nicht auf Gegenliebe gestoßen. Der Begriff der Duldung sei nicht rechtlich gemeint, weiterhin hänge der Einsatz von Messtrupps davon ab, ob Störungen aufträten. Sollte der neue Inhaber der Frequenzen, O2, Störungen melden, würde denen nachgegangen. In diesem Fall würden Nutzer von Telefonen mit den Standards CT1+ und CT2 darüber informiert.

 

Das bleibe zunächst kostenlos, aber: Werden die Telefone weiterbenutzt und würden damit weitere Störungen verursacht, würden dem Nutzer die Kosten für die erneute Ermittlung aufgebrummt – außerdem sei ein Bußgeld in einzelnen Fällen denkbar. Schließlich könne auch der Netzbetrieb der Frequenzen durch O2 dazu führen, dass das Telefonieren gestört werde.

(AA)
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