07.07.2008

Das neue iPhone 3G ist da: Was es alles kann

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Das neue iPhone 3G ist da: Was es alles kannDer Countdown läuft. Am 11. Juli kommt das iPhone 3G von Apple in die Läden, mit einem T-Mobile-Vertrag. Deshalb zunächst gefragt, was kann es, was ist neu dran? Vorweg sei gesagt, das neue Apple-Smartphone doppelt so schnell wie die erste Generation des iPhone. Dabei kommt das neue iPhone 3G "nur ein Jahr" nach seiner Einführung auf den Markt, bei "doppelter Geschwindigkeit zum halben Preis", wie Steve Jobs bei der Vorstellung sagte.

Beeindruckte die erste iPhone-Generation durch seine revolutionär einfache Bedienung, sind es dieses mal die Funktionen in Soft- und nicht in Hardware: Es ist weder das 3,5"-Multi-Touch-Display mit einer Auflösung von 480 x 320 Pixeln und einer 2,0 Megapixel-Kamera. Vielleicht noch der GPS-Empfänger, der beim Realtime-Mapping den Fortschritt mitzeichnet. Noch die neue Headset- und Kopfhörerbuchse.

Die Basis der Faszination für das iPhone 3G ist das mobile Internet: Es kombiniert alle revolutionären Features des iPhone mit der 3G-Netzwerktechnologie, dem schnellsten je dagewesenen Zugang zum Internet und zur E-Mail über das Mobilfunknetz mittels Quad-Band GSM und Tri-Band HSDPA für Sprach- und Datenverbindungen überall auf der Welt. Allerdings mit EDGE und nicht mit UMTS (3G), wie man erwarten würde (ein direkter Vergleich der UMTS- und HSDPA-Geschwindigkeit zu EDGE sind jedoch derzeit nicht bekannt). Das iPhone 3G unterstützt WLAN-, 3G- und EDGE-Netzwerke und schaltet automatisch zwischen diesen um, um die schnellst mögliche Download-Geschwindigkeit zu gewähren. Das neue iPhone 3G macht darüber hinaus Multi-Tasking mit gleichzeitiger Sprach- und Datenkommunikation einfacher: so kann man mit dem neuen iPhone 3G im Internet surfen, Wegbeschreibungen einholen oder E-Mails abrufen während man telefoniert.

"Email einfach" macht das iPhone 3G mit dem Dienst "MobileMe". Unter  me.com lassen sich Emails auch unterwegs lesen. Das ansprechende, übersichtliche Design  des Dienstes und die intuitive Oberfläche kommen dabei vielen Nutzern entgegen. Der Push-Dienst ist mit dem Yahoo-Mail-Dienst und Flickr auf Yahoo Go! vergleichbar.

iPhone erobert die Unternehmen

Revolutionär an dieser Generation des iPhone ist vielleicht noch, was man nicht einmal von einem Mac erwarten würde: Es eignet sich zum mobilen Büro und bindet sich Apple-simple ins Unternehmensnetzwerk ein.  Dank einer neuen Software ist das iPhone jetzt noch besser für Unternehmen geeignet - eine von Steve Jobs neuerdings anvisierte Zielgruppe.
Besonders lobt Apple die Anzeige von E-Mails. Dank eines eigenen Rich-HTML-Formats werden die E-Mails genauso dargestellt wie auf dem PC, und Anhänge würden so angezeigt, wie sie erstellt wurden. Dank der Unterstützung der Formate PDF, JPEG und Microsoft Word, Excel und PowerPoint und ganz neu auch iWork. Ein Fingertipp genüge, um eine besonders wichtige Information zu vergrößern.

Zudem würden Unternehmensprogramme das iPhone in ein noch effektiveres "Produktivitätswerkzeug" verwandeln. Unternehmen sollen mit dem Software Development Kit (SDK) eigene interne Programme erstellen können, um ganz spezielle Geschäftsanforderungen zu erfüllen und dabei die Multi-Touch-Technologie, den Beschleunigungssensor, die Funkverbindung und GPS zu nutzen. Dies will offenbar jetzt die Deutsche Bank in Angriff nehmen. Laut Unternehmenskreisen will sie die neue Version des iPhones mit seinen Sicherheitsstandards vereinbar zu machen.  Künftig sollen Mitarbeiter zwischen dem Apple- und einem Blackberry als Dienst-Handy wählen, berichtete die "Welt am Sonntag".

Natürlich können auch kommerzielle Programme aus dem App Store direkt auf das iPhone geladen werden. Außerdem unterstützt das iPhone jetzt auch Microsoft Exchange ActiveSync - was zu Psions- und Palm Phones-Zeiten undenkbar gewesen wäre -, sodass alle Benutzer von den Vorteilen von Push-Mail profitierten. Möglich wird das, nachdem Apple für das Betriebsystem-Upgrade das Microsoft-Protokoll "ActiveSync" in Lizenz genommen hat. Mit Cisco IPSec VPN erhalten mobile Benutzer außerdem einen sicheren Zugriff auf Unternehmensressourcen und mit WPA2 Enterprise und 802.1X ein Grundmaß an Identifizierung auf Netzwerk-Server.

Wer das iPhone ins Unternehmen bringen will, aber bisher keinen  Exchange-Server hatte, dem bietet Cortado bereits heute einen Exchange-Service. Mit den Cortado Mailbox Packages für Microsoft Exchange und der Direct-Push-Technologie haben iPhone-Nutzer die Möglichkeit, weltweit mobile E-Mail sowie Kalender- und Adressbuch-Synchronisation in Echtzeit zu nutzen.

Kritiker vermissen beim iPhone jedoch zusätzliche Sicherheits-Features, etwa eine native Datenverschlüsselung sowie Einstellungen zum Device-Management und Endnutzer-Policies. Ohne diese falle es der IT-Abteilung schwer, das Gerät zu verwalten, Anwendungen über die Luftschnittstelle (OTA = "over the air") aufzuspielen und Policies wie das Sperren der Kamerafunktion - falls erforderlich - umzusetzen, wie die Computerwoche.de berichtete. Hinzu kommen einige Schwächen, die Apple mit der Entscheidung zugunsten von ActiveSync und damit zugunsten von Microsofts Outlook Web Access (OWA) geerbt hat: Zwar fehlen ein Network Operating Center (NOC) der Blackberry-Lösung, dafür weist der Ansatz unter Kosten- und Sicherheitsaspekten schwere Nachteile auf. Insbesondere der Datentransfer mit ActiveSync ist immer noch eine der stromfressendsten Aktivitäten.
Laut Herstellerangaben ermöglicht das iPhone 3G eine Sprechdauer von phantastischen 10 Stunden in 2G-Netzen und fünf Stunden bei Verwendung von 3G, bis zu fünf bis sechs Stunden Internetnutzung, bis zu sieben Stunden Videowiedergabe und bis zu 24 Stunden Audiowiedergabe.

Warum das `UMTS-iPhone´ erst jetzt kommt

Über die Gründe, weshalb das iPhone der ersten Generation ohne UMTS und statt dessen mit leicht angestaubter Technik für die mobile Datenkommunikation angefertigt wurde, fanden im Internet unzählige Diskussionen statt. Als einer der Hauptgründe für die fehlende UMTS-Konnektivität wurde die Konzentration auf den nordamerikanischen Markt, wo die 3G-Übertragungsstandards UMTS und HSDPA im Vergleich zu Europa eine untergeordnete Rolle spielen, angeführt.

Ein weiterer, wohl eher zutreffender Grund ist, ein Chip-Hersteller, der bereits die Bauteile zum aktuellen Modell liefert, konnte mit der Auslieferung der neuen Plattform erst im Frühjahr beginnen. Jedenfalls enthalte die neue Infineon-Variante nun auch ein neues Energiemanagement. Der Stromverbrauch der UMTS-HSDPA-Komponenten galt bisher als einer der Gründe, warum das iPhone nicht sofort als UMTS-Handy auf den Markt kam.

Pimp-up my iPhone UMTS-able

Findige Tüftler haben bereits jetzt einen sehr einfachen Weg gefunden, den neuen UMTS-Chip bei iPhones der ersten Generation mit der aktuellen Software-Version 1.1.4. zu aktivieren (bei Geräten, die seit Jahresanfang ausgeliefert wurden) und damit die deutlich höhere Datengeschwindigkeit per Mobilfunknetz nutzbar zu machen.

Durchblick beim Tarifjungle

Das iPhone war im vergangenen Jahr für 399 Euro gestartet. Inzwischen verbilligte sich das Gerät je nach Tarif auf 99 bis 249 Euro. Die neue Preispolitik bedeutet einen echten Kurswechsel: Apple zielt nun voll auf den Massenmarkt und könnte nach Ansicht von Experten sogar sein Ziel übertreffen, bis Ende des Jahres insgesamt zehn Millionen der Geräte zu verkaufen. In Deutschland und Österreich vertreibt die Telekom-Tochter T-Mobile das Gerät exklusiv.

Da wahrscheinlich Apple wieder an den Tarifen mitverdient, ist es falsch T-Mobile alleine die Schuld für die hohen Preise zu geben. (Hier ein Preisvergleichsbeispiel)

Ob T-Mobile dem neuen iPhone nicht die 3G-Funktionalität nimmt, wenn es IM und VoIP blockiert? Betroffen davon ist, wer Kontakte per Messenger pflegen wollte. Auch Geld sparen durch VoIP ist nicht mehr möglich. T-mobile begründet dies mit der Aufrechterhaltung der Netzqualität. Das Magazin Macwelt will erfahren haben, dass VoIP, Peer to Peer und Instant Messaging im Leistungsumfang nicht enthalten seien, denn diese Dienste könnten die Netzkapazität überschreiten. Daher wolle man bei der Telekom dieses Risiko von vornherein ausschließen. Aber für Geschäftskunden gebe es wohl bald einen eigenen VPN-Tarif, in dem in einem eigenen Netz viel mehr erlaubt sei. Wie teuer dieser VPN-Tarif ist, ist aber noch nicht bekannt.

Weitere Features

Sind Sie es auch leid, Ihre Mailbox Anrufer für Anrufer abzuhören? Wäre es nicht einfacher, wichtige Anrufe gleich abzuhören, ohne die Schleife machen zu müssen? Eine Anzeige aller Anrufe auf Ihrer Mailbox, grafisch aufbereitet und bekannte Anrufer mit Body-Icons gekennzeichnet, macht die Auswahl leicht. Visual Voicemail war schon auf der ersten Variante erhältlich und wird dem iPhone erhalten bleiben.

Wer vor lauter Faszination schon in einen Rausch geraten ist, kann sich auf der Seite des Mac-Magazins "Sieben mögliche Gründe gegen das iPhone" ansehen.

Bildergalerie:


Das reguläre iPhone 3G erscheint in weiß.

   


Das iPhone 3G auf der T-Mobile Launch-Party.

   
   

   
Macy Gray mit ihrem neuen Album "Big" auf dem iPhone 3G in UK.

    

     
Black or white: Das neue iPhone 3G von Apple mit UMTS.
          
Das mobile Büro auf dem iPhone 3G. 
       

Einer der ersten Käufer des iPhones 3G mit T-Mobile - glücklich.

 

 

Apple iPhone -Einführung als Guided Tour auf YouTube:
http://www.youtube.com/watch?v=ojzgwzU8T7g

 

 Video

Apple zeigt seinen ersten iPhone-Werbespot der Geschichte - sehenswert!
(BR)
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