25.06.2008

Nokia will Symbian übernehmen und kostenlos zugänglich machen

drucken

Nokia will Symbian übernehmen und kostenlos zugänglich machenBisher hält das Unternehmen rund 48  Prozent der Aktien. Die anderen wichtigen Eigner sind Sony Ericsson Mobile Communications AB, Telefonaktiebolaget LM Ericsson, Panasonic Mobile Communications Co und Siemens International Holding. Wie die in Helsinki ansässige Nokia Oy am Dienstag mitteilte, beläuft sich das Übernahmeangebot auf 3,647 Euro je Aktie in bar -  insgesamt 264 Millionen Euro. Angeblich sollen schon verbindliche Zusagen der meisten großen Aktionäre vorliegen.

Als ersten Schritt kauft Nokia für insgesamt 264 Millionen Euro den bisherigen Miteigentümern die noch ausstehenden Aktien ab, teilte Nokia am Dienstag mit. Sie lösen Symbian in den kommenden Wochen auf und übertragen das Symbian Operating System (OS) an eine nicht kommerzielle Stiftung. Sie wird das Betriebssystem den bislang 22 Stiftungsmitgliedern kostenlos zur Verfügung stellen. Unter ihnen sind Netzbetreiber wie Vodafone und NTT Docomo, Chiphersteller wie Texas Instruments und Freescale sowie Handyhersteller wie Samsung und Motorola. Zusagen für den Verkauf habe Nokia bereits von Sony Ericsson, LM Ericsson, Panasonic und Siemens erhalten, teilte das Unternehmen mit. Man gehe davon aus, dass auch Samsung  das Angebot akzeptieren werde.

Damit folgt Nokia einem Modell, dass sich bei der Weiterentwicklung des Internetbrowsers Netscape Navigator (heute: Firefox) mit der Mozilla Foundation bewährt hat. Dieser hatte Branchenprimus Microsoft mit seinem Internet Explorer zuletzt deutliche Marktanteile abgenommen. Die Ausgangssituation bei den Handys ist allerdings eine andere: Zwei Drittel aller Smartphones, einer Kombination aus Telefon und kleinem Taschencomputer, basieren bislang auf dem Symbian Operating System. Im gesamten Handymarkt hat Symbian einen Marktanteil von etwa sechs Prozent.

Durch diese Übernahme und die Einrichtung der Sybian Foundation wird die unbestritten attraktivste Plattform für mobile Innovationen entstehen", sagte Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo in einer Stellungnahme.
Reaktionen von Microsoft, Apple und Research in Motion (RIM) stehen zur Stunde noch aus. Microsoft bemüht sich seit Jahren, den Marktanteil seines kostenpflichtigen Systems Windows Mobile bei Smartphones zu steigern. "Nunmehr zwei kostenlose Konkurrenzsysteme, Android und Symbian, dürften die Verkaufschancen jedoch nachhaltig schmälern", urteilt Analyst Gutberlet laut FTD.

In dem lukrativen Segment der Smartphones sind auch RIM mit dem E-Mail-Telefon Blackberry und Apple mit dem iPhone tätig. Sie haben ihre Basissoftware bislang nicht offengelegt, wollen ihre Marktanteil aber drastisch steigern - RIM bei Privatkunden, Apple bei Firmenkunden.

(BR)
Anzeige

Home  |   Impressum  |   Datenschutz