Nach der gescheiterten Übernahme des Suchmaschinenanbieters Yahoo versucht der
Softwaregigant Microsoft jetzt mit einer Kooperation, die Vorherrschaft von
Google zu brechen. Google-Gründer Larry Page schürt unterdessen Ängste vor
einer Yahoo!-Übernahme durch Microsoft. Es würde zu viel Macht bündeln,
Innovationen abwürgen und den Wettbewerb behindern, sagte Page am Donnerstag. Er
bezog sich dabei insbesondere auf das Instant Messaging und den webbasierten
Mailverkehr.
Unterdessen musste Yahoo mitteilen, dass neben dem neuen Großinvestor und
Milliardär Carl Icahn noch weitere Aktionäre den Aufstand üben und eigene
Kandidaten in die Führungsspitze wählen lassen wollen. Zwei Aktionäre stellen
sich selbst zur Wahl. Ein anderer will gemäß Yahoo wie Icahn die ganze
Führungsequipe durch sein Team ersetzen.
Das Management geht auf Konfrontation mit seinen abtrünnigen Aktionären und
bereitet sich auf einen Showdown bei der anstehenden Hauptversammlung vor.
Obwohl einflussreiche Investoren wie Carl Icahn zuletzt heftige Kritik am Nein
der Yahoo-Führung zur Übernahmeofferte von Microsoft geübt hatten, stellte der
Internetpionier seine amtierenden Direktoriumsmitglieder zur Wiederwahl auf.
Wegen eines Rücktritts aus privaten Gründen soll das Führungsgremium um einen
Sitz auf neun verkleinert werden, wie am Donnerstag aus einer Pflichtmitteilung
hervorging. Zudem verlegte Yahoo das Datum für das Aktionärstreffen, das
eigentlich für den 3. Juli angesetzt war, einige Tage nach hinten. Yahoo-Titel
notierten zu Handelsbeginn in einem negativen Marktumfeld 0,2 Prozent tiefer. |