18.05.2008

Telekom Austria prüft Zerschlagung - Vodafone als Favorit

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Telekom Austria prüft Zerschlagung - Vodafone als FavoritDie Österreichische Industrieholding (ÖIAG) erwäge offenbar die hochprofitable Mobilfunktochter Mobilkom Austria vom kränkelnden Festnetzbereich des ehemaligen Staatsmonopolisten abzuspalten, wie eine Tageszeitung berichtete.
Dies war bereits zur Amtszeit von Finanzminister Karl-Heinz Grasser diskutiert worden.

Im Anschluss an die Abspaltung sollen einige Anteile von Mobilkom an die Börse gebracht werden, während andere in eine Partnerschaft mit einem internationalen Mobilfunkkonzern einfließen könnten. Eine Sprecherin von Telekom Austria und der ÖIAG wollte dem Blatt entsprechende Pläne nicht kommentieren. Als Favorit, so die Zeitung weiter, gelte der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone .

Russische Sistema interessiert

Ins Gespräch für Mobilkom habe sich am Donnerstag auch der russische Mischkonzern Sistema gebracht. "Wir überlegen den gemeinsamen Kauf einiger Unternehmen", habe ein Sprecher des russischen Unternehmens dem Blatt Gespräche bestätigt. Das mehrheitlich im Besitz des Milliardärs Wladimir Jewtuschenkow befindliche Unternehmen hatte im Herbst 2006 auch dem Bonner Ex-Monopolisten seine Telekom-Beteiligungen angeboten und forderte dafür im Gegenzug ein größeres Paket T-Aktien. Das Geschäft kam nicht zustande - vor allem wegen Vorbehalten der Bundesregierung.
Darüber hinaus würden die spanische Telekomgesellschaft Telefónica und Orange, die Mobilfunktochter von France Telecom , als Kandidaten gelten. Eine Partnerschaft der Telekom Austria-Tochter mit der Deutschen Telekom sei aus kartellrechtlichen Gründen unmöglich, da beide Unternehmen in Osteuropa fast in den gleichen Märkten tätig sind. Eine Entscheidung über die Zerschlagung soll noch im Sommer fallen.

Expansion im Mobilfunk zu forcieren

Anlass der Veröffentlichung war offenbar die Ehrung von Telekom-Austria-Chef Boris Nemsic am Donnerstag mit dem "Großen Goldenen Ehrenabzeichen für Verdienste um die Republik Österreich". Der Manager wolle mit einem Partner die Expansion im Mobilfunkgeschäft beschleunigen, heißt es. Die Mobilfunktochter sei nach aggressiven Zukäufen in Osteuropa zu einem führenden Anbieter aufgestiegen und sei außerhalb von Österreich bereits in Slowenien, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Bulgarien, Weißrussland und Liechtenstein tätig. Durch die Teilung könnten zusätzliche Mittel für die Mobilfunkexpansion in Osteuropa freigemacht werden.

(BR)
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