05.05.2008

Watcha am Ende und Handy-TV zur Fußball-EM auf Abwegen?

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Watcha am Ende und Handy-TV zur Fußball-EM auf Abwegen?Das Handy-TV von "Watcha" im DMB-Standard wurde am ersten Maifeiertag abgeschaltet. Die TV-Kunden von debitel, Mobilcom und simply seien informiert worden. Eine neue Begeisterungswelle für das mobile Fernsehen wird dies kaum auslösen.

Weltmeisterschaft 2006 hinsichtlich Handy-TV über DVB-H erinnern? Soll die EM 2008 jetzt richten, was zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nicht gelang? Sie sollte den Durchbruch im mobilen Fernsehen bringen. Nur Watcha im DMB-Format hatte die Spiele übertragen. Doch es gab keine ausreichende Anzahl an fernsehfähigen Handys: nämlich nur ein einziges Modell von Samsung, was zudem noch recht klobig war.

Watcha sendete genau bis gestern, dem 30. April. Danach stellte der Betreiber MFD den Sendebetrieb ganz ein.

Angriff der Mobilfunk-Konzerne

MFD setze nun auf den Standard DVB-H, wie das Unternehmen miteilte. Es ist auch am Konsortium Mobile 3.0 beteiligt, das in einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag erhalten hat, die Fußball-EM auf das Handy zu bringen.

Nun attackieren T-Mobile und Vodafone dieses Angebot. Ab Mai bieten sie Handys mit DVB-T an, über die sich die Ballspiele auf ARD und ZDF frei empfangen lassen. Beide Sender übertragen die Europameisterschaft.

DMB, DVB-H und jetzt noch TDtv - der bessere Standard?

Um die Standards wurde viel gerungen. Technisch gab  es Vor- und Nachteile.
Während beispielsweise in Korea DMB erfolgreich bei Kunden läuft, hat sich die EU-Kommission für DVB-H entschieden.

Die Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone nutzen zur EM 2008 eine relativ alte Technik. DVB-T löst das analoge Fernsehen ab, das über die Zimmerantenne jahrzehntelanger Standard in deutschen Haushalten war. Die Netzabdeckung ist noch nicht hundertprozentig. In einigen Regionen lassen sich auch nur öffentlich-rechtliche Programme darüber empfangen. Zum Verfolgen der Fußball-EM reicht dies aber aus. Dass DVB-T ein Standard fürs Handy werden könnte, galt lange als technisch nicht möglich.

DVB-T ist allerdings für den stationären Betrieb entwickelt worden und benötigt in der Regel einen Stromanschluss für den Decoder. Das Konsortium Mobile 3.0 nutzt dagegen die Technik DVB-H, die auch im Auto funktionieren soll und weniger Energie benötigt. Der Dienst von Mobile 3.0 wird allerdings kostenpflichtig sein.

Beobachter geben dem Handy-TV keine große Zukunft. Auch in USA wird damit "experimentiert". Nachdem die Fernseher in den Wohnzimmern immer größer werden, hat sich auch die Auswahl der Bilder geändert. Häufiger werden große Teile des Spielfeldes gezeigt, sodass auf einem Handydisplay die Spieler zu wenigen Pixeln schrumpfen.

(BR)
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