19.04.2008

Wiederaufnahme der Kooperationsgespräche zwischen United Internet, Freenet und Drillisch

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Wiederaufnahme der Kooperationsgespräche zwischen United Internet, Freenet 
und DrillischDer geplante Zusammenschluss von Freenet und Debitel ist nach Einschätzung von informierter Seite auf bestem Wege. Die Prüfung der Bücher stehe vor dem Abschluss, die Verträge für die Übernahme könnten dann bald unterschrieben werden, verlautete am Freitag aus dem Umfeld der Unternehmen.
Danach hätten die Banken von Debitel, die dem vom Finanzinvestor Permira kontrolliertem Unternehmen Kredite gewährten, der Transaktion bereits zugestimmt. Durch den Zusammenschluss würde der drittgrößte Handy-Anbieter mit rund 19 Millionen Kunden nach T-Mobile und Vodafone D2 Vodafone Group entstehen.
Nach Angaben von Freenet soll Permira im Gegenzug für Debitel eine Beteiligung von 24,9 Prozent und ein Barzahlung erhalten. Diese soll allerdings durch ein Darlehen von Permira an Freenet finanziert werden.

Gleichzeitig sind auch die TK-Unternehmen United Internet und Drillisch an Freenet interessiert: UI am Festnetz- und die Maintaler am Mobilfunk-Geschäft. An wen Freenet diese Bereiche veräußern wird, ist noch nicht vertraglich fixiert. UI erwartet die Zusendung der Unterlagen für die Veräußerung bis Anfang Mai. In einem Interview erwartet UI.Chef Ralph Dommermuth einen positiven Ausgang der Übernahmegespräche mit dem Konkurrenten.

Dommermuth warnt vor Debitel-Verkauf

Darin warnte er allerdings auch die Freenet-Führung, ihre Pläne zum Kauf des Telekom-Anbieters Debitel voranzutreiben. Zusammen mit Debitel wäre Freenet für United Internet nicht mehr interessant, unterstrich Dommermuth. Drillisch und UI sind zusammen mit der gemeinsam gehaltenen MSP Holding GmbH größter Anteilseigner von Freenet mit einer Kapitalbeteiligung von 25 Prozent. Dieser Weg sei, "im Rahmen der derzeitigen Konsolidierung der Telekommunikationsbranche eine Alternative" gegenüber "einem möglichen Erwerb der debitel AG", so Dommermuth.

Börse honoriert Pläne

NNach der Ankündigung waren Anfang April die Aktien des Hamburger Unternehmens  um rund 20 Prozent nach oben geschnellt. "Diese Börsenreaktion hat klar gezeigt, dass die Aktionäre unsere Option bevorzugen", betonte der United-Internet-Chef. Er bekräftigte, dass ein Preis von 12,80 Euro je Aktie realistisch sei. Das entspreche einem Aufschlag von 20 Prozent auf den Kurs vor Bekanntgabe der jüngsten Gespräche und bewerte Freenet mit 1,25 Mrd. Euro.
(BR)
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