03.05.2006

Deutschland europäischer Spitzenreiter im Onlinehandel

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Deutschland europäischer Spitzenreiter im OnlinehandelDeutschland ist auch 2005 Spitzenreiter im europäischen Online-Handel. Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts EITO im Auftrag des BITKOM wurden 30 Prozent aller im vergangenen Jahr in Westeuropa über das Internet gehandelten Waren und Dienstleistungen in Deutschland verkauft. Deutsche Privatkunden haben dabei etwa 32 Mrd. Euro ausgegeben und damit 43 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das berichtet die Agentur pressetext.

Insgesamt kletterte der deutsche E-Commerce-Umsatz um 58 Prozent auf 321 Milliarden Euro. Der Löwenanteil entfällt dabei auf Transaktionen zwischen Unternehmen. Nach den Prognosen der EITO-Marktforscher soll der Boom auch in den nächsten Jahren anhalten. Bis 2009 wird sich der Gesamtumsatz im deutschen Internethandel auf 694 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Im Privatkundenmarkt sollen dann 114 Milliarden Euro umgesetzt werden.

Für den kräftigen Boom beim Onlinehandel ist aber nicht nur die steigende Anzahl der Internetnutzer verantwortlich. "Hohe Sicherheitsstandards sorgen für mehr Vertrauen bei Online-Käufen, elektronische Bezahlsysteme für kleinere Beträge setzen sich durch und mit dem Handy kommt ein weiterer Verkaufskanal neben dem PC hinzu", erklärt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Im Mobile Commerce sieht auch Thomas Schwabl, Geschäftsführer des österreichischen Online Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com, ein Zukunftsthema. Der Boom bei der Bestellung von Dienstleistungen und Gütern via Handy werde kommen, zeigt sich Schwabl im Gespräch mit pressetext überzeugt. Jetzt schon ein großes Thema, gerade im Hinblick auf die Fußball-WM, ist für Schwabl dagegen das Wetten via Mobiltelefon.

Einen wichtigen Impulsgeber für die steigende Beliebtheit des Online-Shoppings sieht Schwabl nun in der Zunahme der Breitbandpenetration. Entscheidend für die zukünftige Entwicklung des Online-Handels sei aber die Etablierung eines einheitlichen Bezahlstandards, betont Schwabl. Den Königsweg im E-Payment gibt es noch nicht. Für die nächsten Jahre rechnet man allerdings mit erfolgversprechenden Innovationen:

"Die Planungen der Onlinehändler sprechen dafür, dass sich der Markt für Internetzahlungsverfahren weiterhin dynamisch verhält", schreibt Sabine Andresen in der Zeitschrift Direkt Marketing. Das sieht auch Omar Khorshed so. Der Vorstandsvorsitzende des Düsseldorfer Abrechnungsdienstleisters acoreus AG erkennt auch weiterhin Potenzial für die telefonische Abrechnung von Onlineeinkäufen. Er denkt dabei vor allen Dingen an mobilfunkbasierte Systeme, deren Vorteil in der großen Handyverbreitung liegt. Das könnte eine allgemeine Akzeptanz des Zahlungsweges mit sich bringen. Außerdem bietet der vertraute Weg über die Handyrechnung dem Käufer ein gewisses Maß an Sicherheit. Und auch der Verkäufer reduziert bei diesem Modell das Risiko eines Zahlungsausfalles, da der Mobilfunkanbieter die eigenen Kundendaten ohnehin überprüft.

Khorshed erkennt zudem Möglichkeiten, 0900er Rufnummern als Billingmodell einzusetzen. In jedem Fall erfordert die Etablierung eines neuen Bezahlmittels Zeit und Vertrauen. "Der Markt für attraktive und einfache Bezahlsysteme ist bereits da. Aber er benötigt noch Reifungsprozesse hinsichtlich der angebotenen Bezahlverfahren", so Khorshed. Er sieht zukünftig ein Nebeneinander klassischer und neuer Modelle. Dabei müsse "sowohl die klassische Zahlung über Kreditkarte, Scheck, Überweisung, Lastschrift oder Geldkarte als auch die innovativen Zahlungsmöglichkeiten über Premium SMS oder über Premium Rate Servicerufnummern wie 0900er Nummern erfolgreich miteinander verknüpft werden." Eine Bestellhotline beispielsweise über eine 0900er Rufnummer könnte Onlinehändlern neue Vertriebswege eröffnen.


(U)
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