30.07.2008

Handy beim Autofahren

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Lebensgefährlich ist das Handy-Telefonieren hinter dem Steuer. Zumindest gilt das für jene, die ohne Freisprechanlage mit dem Gerät in der Hand telefonieren. Folgt man der Einschätzung mancher Experten, dann gilt das Handy-Benutzen beim Autofahren als gefährlicher, denn Trunkenheit. Studien haben nachgewiesen, dass Telefonierende Autofahrer in ihrer Leistungsfähigkeit ähnlich limitiert sind, wie Fahrer mit 0,8 Promille im Blut.
Entsprechend wird das Übertreten des Handyverbots hinter dem Steuer auch geahndet. In Deutschland und anderen europäischen Ländern, die beruflich oder während des Urlaubs mit dem Auto befahren werden, gibt es allerdings drastische Unterschiede, was die Höhe des möglichen Bußgelds anbelangt.

40 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg
Seit 2004 gilt die Regelung, dass jemand für das Übertreten des Handy-Verbots mit einem Bußgeld von 40 Euro und einem Punkt in Flensburg bestraft wird. Die grundsätzliche Regel heißt, dass bei laufendem Motor ohne Freisprechanlage telefoniert wird. Unterschieden wird noch, ob eine Verkehrsgefährdung vorliegt oder nicht. Liegt eine solche vor, werden mindestens 30,- Euro und ein Punkt fällig, darüber hinaus kann ein Fahrverbot verhängt werden.
Beachtet werden sollte, dass das Handy-Verbot nicht nur für das Telefonieren selbst gilt. Auch das Lesen einer Textnachricht oder das Anschauen des Displays eines Mobilfunkgerätes zählen dazu.

Auch Handys mit Navigationssoftware betroffen
Moderne Handys haben mittlerweile die Möglichkeit, mit Navigationssoftware bestückt zu werden. Laut eines aktuellen Gerichtsurteils ist auch bei Benutzung des Handys zum Navigieren nicht erlaubt, wenn es dazu in die Hand genommen wird.
Das Gericht hat sich in seinem Urteil auf den Begriff der „Nutzung“ gestützt, der auch durch die Verwendung der Navigationssoftware erfüllt sei. Eine Ausnahme bilde das Nutzen einer Navigationssoftware nicht, gleiches gilt für das Verwenden des Handys zum Surfen im Internet und anderen Datenabrufen.

Wirkungsloses Verbot – keine Erhöhung
Bekanntlich wird das Jahr 2009 in einigen Bereichen eine Erhöhung von Bußgeldern im Straßenverkehr bringen, nicht jedoch beim Handyverbot. Das wundert den einen oder anderen, denn seitens der Polizei ist in der Vergangenheit die bestehende Regelung immer wieder als nutzlos bezeichnet worden.
Subjektiv kann jeder Autofahrer sich selbst einen Eindruck davon machen, wie im Alltag das Handyverbot befolgt wird. Etwa, wenn gestresst dreinblickende Zeitgenossen versuchen, sich und ihren Wagen um eine Kurve zu bringen oder halbwegs unfallfrei links abzubiegen, während das Mobiltelefon zwischen Ohr und Schulter klemmt.
Ob ein deutlich erhöhtes Strafgeld aber Abhilfe verschaffen würde, ist fraglich. Oft heißt es, der grundsätzlich vorgeschriebene Einbau von Freisprechanlagen in Autos wäre der effektivere Weg.

Hohe Bußgelder im Ausland
Wer sich mit dem Auto ins Ausland begibt, sollte sich vorher über die rechtlichen Grundlagen informieren, denn in einigen Ländern ist das Telefonieren mit dem Handy auch ohne Freisprechanlage gestattet. Aber: Passiert ein Unfall, der auf das Telefonieren zurückzuführen ist, kann es trotzdem drastische Strafen geben.
Dagegen kann es in anderen Ländern auch schon so sein, dass man beim Telefonieren ohne Freisprechanlage im Auto mit wesentlich höheren Geldstrafen belegt wird. Moderat sind die Bußen in Dänemark, Portugal, Österreich, der Schweiz und Frankreich, in Italien werden schon mehr als 100 Euro fällig. Teuer wird es in Norwegen und Spanien, wo bis zu 600 Euro gefordert werden können.

Auf Nummer sicher: Freisprechanlage oder Headset
Wer in mehrfacher Hinsicht auf Nummer sicher gehen will, nimmt das Handy gar nicht erst während der Fahrt in die Hand, sondern nutzt eine wie auch immer geartete Form der Freisprechanlage oder ein Head-Set.
Damit ist man nicht nur vor Bußgeldern geschützt, auch das Unfallrisiko sinkt. Und: Die Strahlenbelastung durch das mobile Telefonieren verringert sich außerdem, denn gerade im Fahren erzeugen Handys durch die häufige Zellenwechsel erhebliche Strahlenpeaks.

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