07.08.2008
DVB-T als Alternative?  

Ein wesentlicher Faktor für die Schwierigkeiten von Mobile 3.0 ist, dass ganz wichtige Player im Mobilfunkmarkt, namentliche T-Mobile, Vodafone und O2 bei der Vergabe der DVB-H-Lizenz leer ausgegangen sind.

Geschäftsmodell: Handys mit DVB-T

Die sind natürlich jetzt auf der Suche nach Wegen, im Geschäft kräftig mitzumischen. Äußerungen von Führungskräften der Branche zeigen klar, dass DVB-H nach dem Sieg über DMB gleichsam dessen Schicksal blüht: Mit DVB-T steht schließlich noch eine technische Lösung zur Verfügung, um mobiles Fernsehen zu ermöglichen. DVB-T erzeugt im Gegensatz zu DVB-H für den Nutzer keine weiteren Kosten. Technisch hat LG mit dem LG HB620T schon gezeigt, dass es möglich ist, das terrestrische Digitalfernsehen im Handy zu empfangen.

Mit der kostenlosen Variante haben die Mobilfunker einen gewaltigen Marketing-Vorteil gegenüber den Vertretern der DVB-H-Variante: Warum sollte der Kunde zusätzlich bezahlen? Allein mit erheblichem Mehrwert wäre das möglich, doch der fehlt aktuell noch gänzlich. Darüber hinaus stellt sich schon die Frage, woraus dieser bestehen könnte.

Widerhaken bei DVB-T

So setzen Mobilfunk-Funk-Anbieter offensichtlich auf das, was sie sowieso tun: Handys verkaufen, nur mit DVB-T an Bord. Zwar kann man mit DVB-T auch nicht überall alles fernsehen (wie fälschlicherweise das Wort vom „Überallfernsehen“ suggeriert), doch wird an der Verbreitung heftig gewerkelt. So wollen die öffentlich – rechtlichen Sender Ende des Jahres 2008 rund 90 Prozent der Bevölkerung mit DVB-T versorgen. Grundsätzlich gilt aber: Zunächst ist es in Ballungsgebieten wesentlich wahrscheinlicher, DVB-T zu erhalten, als auf dem Lande. Und: DVB-T gilt als anfällig gegenüber Störungen. So können zum Beispiel Geräte, die während des Fahrens (im Zug) verwendet werden, erheblich gestört werden. Auch ist das „Kostenlosfernsehen“ nicht unbedingt kostenlos, denn die Kundschaft der Mobilfunkprovider bindet sich per Vertrag: Die Mobilfunkprovider wollen an ihren Kunden schließlich auch verdienen.

Trotz der Einschränkungen scheint DVB-T die wahrscheinlichste Lösung, zumindest kurz- bis mittelfristig. Denn technisch sind die Voraussetzungen für die Verwendung da, ebenfalls gibt es passende Inhalte (nämlich das ganz gewöhnliche Fernsehen).

Ausweichmöglichkeiten

Wer ein Laptop, Notebook oder eventuell PDA sein eigen nennt, kann DVB-T auch empfangen, ohne sich an einen Mobilfunkanbieter zu binden. Denn es gibt DVB-T-Sticks, die in einen USB-Schacht des Gerätes eingesteckt werden kann. Damit ist dann der Empfang von digitalem Fernsehn möglich, bei Notebooks und Laptops sogar auf einem recht annehmbaren Bildschirm.

Grundsätzlich kann bei Bedarf ohnehin der Kauf eines kleinen Fernsehgerätes statt eines DVB-T-Handys in Erwägung gezogen werden, denn DVB-T-Minifernsehgeräte kosten zum Teil deutlich weniger, als man für ein Handy bzw. für den dazu gehörigen Vertrag investieren muss. Der Nachteil gegenüber dem Handy-TV: Man schleppt noch ein Gerät mit sich herum, während das Handy mittlerweile zum Standard-Gepäck für unterwegs gilt.



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