24.07.2008

GSM – GPRS – EDGE: Die Welt vor UMTS


Der erste wichtige Mobilfunkstandard für vollständig digitalisierte Mobilfunknetze hieß Global System for Mobile Communications, kurz GSM. Primär wurde diese für Telefonie, aber auch für erste, sehr limitierte Formen der Datenübertragung verwendet. Die Short-Message hat ihren Siegeszug auf der Basis von GSM antreten können.

Man hat GSM auch als 2G bezeichnet, als Standard der zweiten Generation, wobei die analogen Systeme die erste Generation darstellen. In Deutschland hat GSM 1992 den Einzug in die Netze gefunden und damit den Boden für die schnelle Verbreitung von Mobiltelefonen bereitet.

GSM erlaubt eine Download-Rate von Daten mit höchstens 14,4 Kilobit je Sekunde. Das ist natürlich eine eher unbefriedigende Rate, wenn man von SMS einmal absieht. Kein Wunder also, dass man nach einer Weiterentwicklung gesucht hat.

GPRS

Die erste Weiterentwicklung von GSM ist GPRS gewesen, die 1994 initiiert und bis 1999 abgeschlossen worden ist. Ein Jahr später, im Millenniumsjahr, ist diese von den Netzbetreibern in Deutschland eingeführt worden. GPRS gilt eine epochemachend, denn mit diesem Standard ist die Tür zur mobilen Datenkommunikation aufgestoßen worden. Mit GPRS waren deutlich schnellere Download-Raten möglich als mit GSM: Von 14,4 stieg die Geschwindigkeit auf bis zu 54 Kilobit je Sekunde. Gemessen an den Geschwindigkeiten, die DSL erreichen kann, ist das immer noch schneckenlangsam, gegenüber GSM ist GPRS aber ein Quantensprung gewesen. Immerhin hat es so das Niveau eines Analog-Modems knapp erreicht.

GPRS ist die erste Technologie gewesen, die es erlaubte, mit mobilen Endgeräten drahtlos auf IP-basierte Netzwerke (Internet, Local Area Networks) zuzugreifen. Hier wurde die Datenübetragung paketorientiert durchgeführt, was eine erhebliche Steigerung der Effizienz mit sich brachte.

EDGE

Mit der Enhanced Data Rates for GSM Evolution, kurz EDGE, wurde GSM bzw. auch GPRS noch einmal aufgewertet. Die Technologie bildet damit wie GPRS ein Zwischenglied von GSM zu UMTS mit deutlich höherer Geschwindigkeit. Diese ist auf maximal 217 Kilobit je Sekunde angestiegen, was immerhin dem Dreifachen dessen entspricht, was man per ISDN herausholen konnte.

Mit EDGE ist eine Beschleunigung gelungen, die erstmals wirkliche mobile Datenanwendung möglich machte. Das iPhone der ersten Generation hat noch diese Technologie aufzuweisen gehabt, mit EDGE ist das komfortable Surfen im weltweiten Netz ebenso ermöglicht worden wie Mobiles Fernsehen oder das Versenden umfangreicherer E-Mails, sprich: unter Einschluss von Anhängen.

Trotz UMTS wird EDGE noch einige Zeit sehr interessant bleiben, denn zur Benutzung sind zunächst einmal keine UMTS-Endgeräte nötig, während man viele Dinge, die per UMTS möglich sind, auch so erledigen kann. Vor allem in Schwellenländern dürfte der Kostenfaktor ein erhebliches Positivargument für EDGE sein. In Deutschland sollte EDGE von einigen Betreibern weitgehend flächendeckend aufgerüstet werden, was auch in UMTS-Zeiten durchaus von Vorteil ist: Fällt der UMTS-Nutzer aus dem Versorgungsgebiet, kommt nicht der tiefe Sturz ins GSM-Tal, sondern "nur" in EDGE-Tal. Ergo: Der Komfort-Sturz ist nicht so heftig.

Weitere Informationen zum Thema Mobilfunkstandards:

Mobilfunkstandards: Von GSM bis HSUPA
GSM – GPRS – EDGE: Die Welt vor UMTS
UMTS – HSDPA – HSUPA: Die dritte Generation

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