07.09.2003

Unsere Serie zum Datendienst GPRS (General Packet Radio Service)
Teil 3: Jetzt wird es ernst !

In diesem Teil der GPRS-Serie soll der bisherige Stoff vertieft und mit Zahlen belegt werden. Sie werden auch etwas über die im GPRS vorhandenen Normen und deren Bezeichnungen lesen. Für GPRS ist keine neue oder zusätzliche Hardware in den Vermittlungsstellen nötig. Lediglich die Software muß aktualisiert werden. Das lässt eine schnelle flächendeckende Verfügbarkeit von GPRS zu. Lediglich die Endgeräte z.B. Handys müssen GPRS-fähig sein.

GPRS startete, aus Sicht der Datentransfergeschwindigkeit, in zwei Phasen. In Phase I wird ein Transfer von 40-50 kBit/s erzielt. In Phase II wird der Datendurchsatz auf ca. 100 kBit/s quasi verdoppelt. Bitte beachten Sie, hierbei handelt es sich um Laborwerte, die in der Praxis nicht erreicht werden. Der tatsächliche Datendurchsatz ist abhängig von der Anzahl der Nutzer.
Im GPRS-Standard sind vier verschiedene Normen, so genannte Codecs vertreten. Die Zeitverteilung für das Senden und das Empfangen von Daten regelt sich wie folgt:
Bei allen Normen können eine bis acht Zeiteinheiten oder auch Zeitfenster genutzt werden. Real werden vier Zeitfenster im Downlink (Daten von der Vermittlungsstelle zum Handy) und ein Zeitfenster im Uplink (Daten vom Handy zur Vermittlungsstelle) genutzt.
Daraus ergibt sich, das dem Handy ca. viermal so viel Zeit für den Empfang von Daten zur Verfügung steht, als dies beim Senden der Fall ist. Eine Variante hierzu ist die Zeitaufteilung 3/2.
Die vier verschiedenen Normen und der eweils erzielbarer Datendurchsatz pro Zeiteinheit:

Coding Scheme 1 (CS1)
9.05 - 72.4 kBit/s
Coding Scheme 2(CS2)
13,4 - 107,2 kBit/s
Coding Scheme 3(CS3)
15.6 - 124.8 kBit/s
Coding Scheme 4(CS4)
21.4 - 171.2 kBit/s

Da CS3 nur unwesentlich schneller als CS2 ist, aber neue Technik in den Vermittlungsstellen verlangt und CS4 seinen maximal erzielbaren Wert von 171.2 kBit/s in der Praxis nicht erreichen wird, sollten Sie von 50 kBit/s ausgehen, die in der Praxis anzutreffen sind.
Für eine höhere und konstante Bandbreite bietet sich HSCSD an.

EinleitungTeil 1: Einführung & GrundlagenTeil 2: Das Netz als GanzesTeil 3: Jetzt wird es ernst !Teil 4: Die KlassenTeil 5: GPRS-HSCSD-Wo liegt der UnterschiedTeil 6: Eine ZwischenbilanzTeil 7: Noch einmal die KanäleTeil 8: Interessante Links zu GPRSTeil 9: Was tut sich auf dem Gerätemarkt ?T-Mobile bietet mobile Dienste zu "Wetten, dass..?"Eutelsat & Infineon mit Satelliten-Breitband-Diensten

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